Drei Tage im Zeichen der digitalen Gesundheitswirtschaft
Die DMEA 2025, Europas führende Veranstaltung für Digital Health, bot vom 6. bis 8. April in Berlin eine Plattform für den intensiven Austausch über die Zukunft der Gesundheitsversorgung. Mit einem vielfältigen Programm aus Vorträgen, Diskussionen und Workshops auf insgesamt sechs Bühnen zog die Messe Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis an, um drängende Fragen der digitalen Gesundheitswirtschaft zu beleuchten. Unter dem Motto „Move the data, not the people“ wurden praxisnahe Ansätze vorgestellt, wie digitale Technologien die Gesundheitsversorgung effizienter und patientenzentrierter gestalten können.
Telemedizin: Effizienz durch digitale Vernetzung
Ein Highlight der DMEA 2025 war die Fokussierung auf Telemedizin als Schlüsseltechnologie für die Gesundheitsversorgung von morgen. In der Session „Move the data, not the people“ wurden innovative Ansätze und Best Practices präsentiert, wie Telemedizin bereits heute erfolgreich eingesetzt wird. Von digitalen Konsultationen bis hin zur Fernüberwachung von Patient:innen zeigten die Beiträge, wie digitale Technologien nicht nur Wege, sondern auch Zeit und Ressourcen sparen können. Die Diskussionen machten deutlich, dass Telemedizin nicht nur eine Antwort auf den Fachkräftemangel ist, sondern auch die Lebensqualität von Patient:innen erheblich verbessern kann.
Elektronische Patientenakte (ePA): Potenziale im Versorgungsalltag
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der elektronischen Patientenakte (ePA), die zunehmend Einzug in den Versorgungsalltag hält. In verschiedenen Vorträgen und Diskussionen berichteten Hersteller über die Herausforderungen und Fortschritte bei der Anbindung von Primärsystemen an die ePA. Ärztinnen und Ärzte teilten ihre Erfahrungen, wie die ePA die Versorgung durch die Verfügbarkeit einrichtungsübergreifender Daten verbessert. Auch Patient:innen kamen zu Wort und schilderten, wie die ePA ihnen mehr Kontrolle und Transparenz über ihre Gesundheitsdaten bietet. Die Session zeigte deutlich, dass die ePA ein entscheidender Baustein für eine moderne, vernetzte Gesundheitsversorgung ist – auch wenn es noch Hürden bei der Umsetzung gibt.
Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen: Chancen und Herausforderungen
Ein weiteres zentrales Thema war der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in Medizinprodukten. Die DMEA beleuchtete, wie KI bereits heute in Bereichen wie der Bildgebung die Gesundheitsversorgung verbessert und welche Potenziale für die Zukunft bestehen. Der kürzlich verabschiedete AI Act der EU war ein viel diskutierter Punkt, da er einen rechtssicheren Rahmen für KI im Gesundheitswesen schafft. Experten aus der Medizintechnik diskutierten, wie der AI Act umgesetzt werden kann, um Innovationen zu fördern, ohne durch übermäßige Regulierung – wie bei der MDR – Innovationshemmnisse zu schaffen. Dabei wurde deutlich, dass eine menschzentrierte KI-Entwicklung essenziell ist, um die Akzeptanz und den Nutzen von KI-Anwendungen zu maximieren.
Innovationen im Fokus: Startups und die DMEA nova Awards
Ein besonderes Highlight der DMEA 2025 war die Präsentation innovativer Startups, die mit ihren kreativen Ansätzen die Gesundheitswirtschaft revolutionieren wollen. Im Rahmen der Startup-Halle konnten junge Unternehmen ihre Lösungen für aktuelle Herausforderungen im Gesundheitswesen vorstellen – von KI-gestützten Diagnosetools über digitale Therapieplattformen bis hin zu neuen Ansätzen für die Patientenkommunikation. Höhepunkt war die Verleihung der DMEA nova Awards, die herausragende Innovationen und Projekte auszeichneten. Die Gewinner setzten wegweisende Impulse für die Branche und zeigten, wie wichtig frische Ideen und agile Ansätze für die Weiterentwicklung des digitalen Gesundheitswesens sind. Die Awards unterstrichen einmal mehr die Bedeutung von Startups als Innovationstreiber und Partner für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung.
Fazit: Ein Blick in die Zukunft der Gesundheitsversorgung
Die DMEA 2025 hat eindrucksvoll gezeigt, wie digitale Technologien die Gesundheitswirtschaft transformieren können. Von Telemedizin über die ePA bis hin zu KI – die Veranstaltung machte deutlich, dass die Digitalisierung nicht nur technologische, sondern auch gesellschaftliche und ethische Fragestellungen mit sich bringt. Der intensive Austausch zwischen Politik, Wissenschaft und Praxis hat wichtige Impulse gesetzt, um die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung weiter voranzutreiben. Die DMEA bleibt damit ein unverzichtbarer Treffpunkt für alle, die die Zukunft des Gesundheitswesens aktiv gestalten wollen.
Ein Videorückblick mit einigen Impressionen von der DMEA 2025
Mensch und Maschine im Einklang: Herr Lennart Janzen über die Zukunft der Digitalisierung im Gesundheitswesen
Digitalisierung im Gesundheitswesen: von intelligenten Kodier-Vorschlägen bis hin zu automatisierten Arztbriefen. Lennart Janzen (Tiplu) spricht darüber, wie die Symbiose zwischen Mensch und Maschine das medizinische Personal entlastet und warum dies angesichts demografischer Entwicklungen unverzichtbar wird.
PAICON triumphiert: Vielfalt und Innovation für eine gerechte Krebsdiagnostik
Dr. Aichmueller-Ratnaparkhe (PAICON) spricht über ihren überraschenden Sieg beim DMEA nova Award und ihren unvollständigen Pitch. Trotz starker Konkurrenz überzeugte sie mit ihrer Vision einer inklusiven KI, die die globale Vielfalt widerspiegelt. Ihr Ziel: unvoreingenommene Systeme schaffen, die alle Menschen repräsentieren.
KI im Gesundheitswesen: Karl Lauterbach zeigt sich beeindruckt von Averbis‘ Innovationen auf der DMEA
Wie können KI-gestützte Tools die medizinische Dokumentation revolutionieren und gleichzeitig Ärzt:innen entlasten? Patrick Oestringer (Averbis) gibt Einblicke in innovative Ansätze zur Nutzung von EPAP-Daten, strukturierten Gesundheitsinformationen und großen Sprachmodellen – warum selbst Gesundheitsminister Karl Lauterbach beeindruckt war.
Melanie Wendling begeistert über den Erfolg und die Innovationen der DMEA
Melanie Wendling (bvitg e.V.) spricht begeistert über den Erfolg und die Innovationen der DMEA
Erster Eindruck: Prof. Dr. Elmar Kotter über KI, Radiologie und Innovationen auf der DMEA
Erste Eindrücke auf der DMEA: Von radiologischer KI bis hin zu spannenden Startups – ein vielseitiger Mix aus Innovationen und bekannten Gesichtern. Prof. Dr. Elmar Kotter (Universitätsklinikum Freiburg) spricht über seine Faszination für den Startup-Bereich und infrastrukturelle Lösungen.
Text: Redaktion KU Gesundheitsmanagement
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