»

Z wie Gen Z

Buchstabe Z

Z wie Gen Z

Expertenstimmen

4 MIN

Die „Gen Z“ ist faul, anspruchsvoll und bindet sich an keinen Arbeitgeber für einen längeren Zeitraum. Diese Vorurteile begegnen einem immer wieder und oftmals wird eine relativ negative Zukunftsprognose für den Arbeitsmarkt gebildet. Fakt ist aber: Die Gen Z wird im Laufe der nächsten Jahre eine zunehmend wichtigere Position in der Arbeitswelt einnehmen und darauf müssen Unternehmen sich einstellen. Was bedeutet das für die Entwicklung des Gesundheitssektors?

Jeder Generation werden spezifische Eigenschaften zugeordnet, welche die typischen Charaktereigenschaften der breiten Masse beschreiben sollen: Die Gen X – geboren ca. 1965 bis 1980 – arbeitet hart, ist sehr karrierefixiert und bevorzugt klare Hierarchien. Die Gen Y – geboren ca. 1981 bis 1995, auch bekannt als Millennials – legt Wert auf eine gute Work-Life-Balance und favorisiert eine flexible Arbeitsumgebung mit flachen Hierarchien.

Die Gen Z ist nun die neueste Generation auf dem Arbeitsmarkt. Ihnen wird nachgesagt, sie seien sprunghaft, hätten eine kurze Aufmerksamkeitsspanne und würden nicht mehr „richtig“ arbeiten wollen. Um diese doch sehr negative Sichtweise richtig einordnen zu können, stellt sich daher zunächst die Frage:

Wer ist die Gen Z überhaupt?

Zur Gen Z wird regelmäßig gezählt, wer zwischen Mitte der 1990er Jahre und Anfang der 2010er Jahre geboren wurde. Die Gen Z ist daher im Gegensatz zu ihren Vorgängergenerationen in einer bereits stark technologiegeprägten Welt aufgewachsen. Diese Tatsache führt einerseits dazu, dass ihnen eine gewisse „Technologieabhängigkeit“ nachgesagt wird – sie bietet aber andererseits auch den Vorteil, dass Arbeitnehmer*innen viele im Berufsalltag notwendigen Programme bereits intuitiv bedienen können.

Wie wird die Gen Z die Arbeitswelt verändern?

Auch wenn ihre Softskills von Führungskräften oft bemängelt werden: Allen Beteiligten ist klar, dass die Gen Z einen Arbeitnehmermarkt betritt. Durch Fachkräftemangel und fortschreitenden demografischen Wandel befindet sie sich strukturell bedingt in einer besseren Verhandlungssituation als ihre Vorgängergenrationen. Gut ausgebildete junge Arbeitnehmer*innen können daher höhere Anforderungen an potenzielle Arbeitgeber*innen stellen. Unternehmer werden diesen Wünschen perspektivisch immer weiter nachkommen müssen, um attraktiv und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Worauf legen Angehörige der Gen Z am Arbeitsmarkt Wert …

Sämtliche Charakteristika, die eine bestimmte Generation auszeichnen sollen, stellen nur verallgemeinernde Einordnungen dar – auch der Gen Z werden daher zum Teil widersprüchlich wirkende Wünsche zugeschrieben. Von Unternehmen wird zukünftig wohl gefordert werden, Flexibilität zu zeigen und auf die Wünsche der Arbeitnehmer*innen individuell einzugehen.

Wie bereits der Gen Y, ist auch der Gen Z ihre Work-Life-Balance enorm wichtig und es werden anpassbare Arbeitszeitmodelle gefordert. Zunehmend viel Wert wird aber auch darauf gelegt, soziale und ökologische Verantwortung zu übernehmen. Hier haben Unternehmen der Gesundheitsbranche die Chance, sich als attraktive Arbeitgeber*innen zu etablieren, indem sie eine sinnstiftende Tätigkeit anbieten. Gegen eine entsprechende Berufswahl sprechen aktuell jedoch häufig – wie allseits bekannt – der schlechte Ruf im Hinblick auf Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten.

… und wie können sie als Arbeitnehmer*innen gewonnen werden?

Der Gen Z stehen alle beruflichen Perspektiven offen: Nach einer erfolgreichen Ausbildung oder einem Studium, können sie in der Regel zwischen verschiedenen Arbeitgeber*innen wählen. Um Angehörige der Gen Z anzusprechen, sind daher auch neue Recruitingmethoden, ein „mobil-freundlicher“ Bewerbungsprozess und schnelle Reaktionszeiten gefragt. So können beispielsweise im Rahmen eines Social Media Marketings Unternehmenskultur, Werte und Karrieremöglichkeiten transparent kommuniziert werden.

Im Ergebnis lässt sich festhalten: Die Gen Z wird einen Wandel in der Arbeitswelt fordern – egal, ob man diesen eher positiv oder eher negativ einordnet, kann darin eine Chance gesehen werden.

Autor: Harald Maas, Partner Healthcare, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Erschienen in: KU Gesundheitsmanagement 09/2023

Weitere aktuelle Meldungen erhalten Sie über unseren KU Newsletter: Jetzt anmelden!

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Criminal Compliance

„Criminal Compliance im Krankenhaus“ – Interview mit Dr. Tobias Thielmann zu seinem neu erschienenen Buch

Im Interview erklärt Dr. Thielmann, warum Criminal Compliance für Kliniken so wichtig ist und welche Risiken für Krankenhäuser bei Verstößen drohen.

Expertenstimmen

Beitrag lesen
Erfolgsfaktoren Wahlleistung

Erfolgsfaktoren für Wahlleistungen

Ein hochwertiges Wahlleistungsangebot kann sich für Krankhäuser wirtschaftlich lohnen – sowohl im ärztlichen als auch im Unterkunftsbereich.

Expertenstimmen

Beitrag lesen
Wald_Curacon

Wie viel Wald steckt im Einkauf?

Rund 500 Fußballfelder Wald in Deutschland sind nötig, damit eine durchschnittliche Klinik ihre jährlichen direkten CO₂-Emissionen kompensieren könnte.

Expertenstimmen

Beitrag lesen