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Erweiterung der Zentralen Notaufnahme Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim

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Erweiterung der Zentralen Notaufnahme Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim

Patientenversorgung

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Umbaumaßnahmen beginnen Anfang 2025

Bad Mergentheim. Das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim wird seine Zentrale Notaufnahme (ZNA) im kommenden Jahr deutlich vergrößern und zugleich neue Versorgungsstrukturen für die Behandlung von Notfallpatienten einrichten.

„Das Vorhaben ist ein wichtiger Schritt, um uns für die Zukunft gut aufzustellen und für die Menschen in der Region weiterhin eine hochqualifizierte Diagnostik und Behandlung bei medizinischen Notfällen sicherstellen zu können“, betont der Kaufmännische Direktor des Caritas-Krankenhauses Jeremia Berschauer. „Zugleich nehmen wir damit bereits verschiedene gesetzliche Anforderungen vorweg, die künftig auf die Notaufnahmen in Krankenhäusern zukommen werden.“

Rund 34.000 Patienten im Jahr in der ZNA

Die Erweiterung der Zentralen Notaufnahme war bereits im Jahr 2020 geplant und die Fördermittel bei der Landesregierung beantragt worden. In diesem Sommer nun wurde die Fördersumme von rund 5,4 Millionen Euro für das Projekt vom Land freigegeben. Die Notaufnahme wird in Richtung Hubschrauberlandeplatz erweitert, so dass dort ein neuer zentraler Anlaufpunkt für die Notfallversorgung entsteht. Im Jahr 2024 werden voraussichtlich rund 34.000 Patienten in der ZNA im Caritas-Krankenhaus behandelt werden.

ZNA bleibt während des Umbaus voll aufnahmefähig

„Aktuell laufen bereits die vorbereitenden Maßnahmen auf Hochtouren“, macht Jeremia Berschauer deutlich. „Im Vorgriff auf den Umbau wird die Ambulanz der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie ins Erdgeschoss verlegt. Hier werden die Räume gerade für den Ambulanzbetrieb hergerichtet. Im Untergeschoss, direkt neben der bisherigen ZNA gewinnen wir so Platz für die Übergangs-Notaufnahme, die in der Interimszeit weiterhin voll funktionsfähig bleibt.“ Das bestätigt auch Jürgen Weigand, Chefarzt der Interdisziplinären Notaufnahme. „In der Umbauphase können wir nach wie vor alle ankommenden medizinischen Notfälle adäquat versorgen; wir haben in etwa so viele Räume wie momentan zur Verfügung. Mit der Erweiterung der ZNA werden es nach dem Umbau dann etwa 2-3mal so viel Platz und Räume sein“, erläutert der Facharzt für Innere Medizin, Notfallmedizin, spezielle internistische Intensivmedizin, Klinische Akut- und Notfallmedizin sowie Ärztliches Qualitätsmanagement.

Deutliche Erweiterung und zusätzliches CT

In der neuen ZNA sind u.a. drei multifunktionale Schockräume sowohl für die internistische als auch für die chirurgische Versorgung von Schwerverletzten und lebensbedrohlichen Notfällen vorgesehen. Außerdem wird ein zusätzliches hochleistungsfähiges CT-Gerät direkt in der neuen Notaufnahme stationiert sein. „Damit sichern wir eine noch schnellere Diagnostik z.B. bei Verdacht auf einen Schlaganfall oder bei Traumapatienten“, beschreibt Jürgen Weigand den Nutzen für die Patienten. „Ein zweites CT in der Radiologie sichert außerdem die permanente Verfügbarkeit dieses wichtigen Diagnoseverfahrens.“ Zusätzlich zu den weiteren Untersuchungs- und Behandlungszimmern wird die Chest Pain Unit, also die Überwachungs- und Therapieeinheit für Patienten mit unklaren Brustschmerzen und Verdacht auf Herzinfarkt in die Notaufnahme integriert.

Integrierte Kurzliegerstation

Ergänzt wird das Raumkonzept durch eine Kurzlieger-Station mit sieben Plätzen. „Hier können wir Patientinnen und Patienten engmaschig von verschiedenen Fachdisziplinen ärztlich und pflegerisch intensiv betreuen, bis sich entscheidet, ob ein stationärer Aufenthalt und in welchem Fachbereich erforderlich ist.“ Auch die Struktur als Interdisziplinäres Notfallzentrum (INZ), für die gerade die gesetzlichen Rahmenbedingungen festgelegt werden, ist bereits eingeplant. „Für Patienten, die fußläufig zu uns kommen, gibt es dann einen separaten Empfangsbereich. Hier entscheidet sich, ob der Patient in die klinische, stationäre Diagnostik und Therapie weitergeleitet wird oder ambulant versorgt werden kann“, erläutert Jürgen Weigand.

Caritas-Krankenhaus ist Vorreiter bei MTS in der Notaufnahme

„Die genauen Details des Gesetzes werden gerade abschließend diskutiert. Aber schon seit vielen Jahren arbeiten wir im Caritas-Krankenhaus nach einem System, in dem speziell weitergebildete Pflegekräfte beim Erstkontakt mit den Patienten nach strukturierten Kriterien einschätzen, wie schwer eine Erkrankung ist und wie dringlich ein Arzt zur Behandlung hinzugezogen werden muss“, ergänzt Stefan Wörrlein, pflegerischer Leiter der Zentralen Notaufnahme. Entsprechende Systeme der Ersteinschätzung haben sich bewährt und sind inzwischen Pflicht für alle Notaufnahmen in Deutschland. „Im Caritas-Krankenhaus waren wir dabei bundesweit Vorreiter und sind außerdem seit 17 Jahren eines von nur sechs Ausbildungszentren für dieses etablierte Manchester-Triage-System MTS im gesamten deutschsprachigen Raum“, berichtet Stefan Wörrlein.

Umfangreiche Weiterbildungsangebote für Pflege und Ärzte bin der Notfallmedizin

Nicht nur im Bereich der Ersteinschätzung ist die Fort- und Weiterbildung des Caritas-Krankenhauses Bad Mergentheim von überregionaler Bedeutung. Pflegende können außerdem die inzwischen für die Arbeit in Notaufnahmen vorgeschriebene Fachweiterbildung „Notfallpflege“ im Caritas-Krankenhaus absolvieren. Die zweijährige berufsbegleitende Weiterbildung bereitet Pflegekräfte auf die besonderen Herausforderungen in der Versorgung von Notfallpatienten vor. Hier erwerben die Pflegekräfte neben umfassender Fachkompetenz auch persönliche und soziale Kompetenzen, um auf die Bedürfnisse der Patienten und deren Angehörigen umfassend eingehen und diese begleiten zu können. Auch die spezielle Fachweiterbildung für Ärzte ist im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim gesichert. Chefarzt Jürgen Weigand verfügt über die volle Weiterbildungsermächtigung „Klinische Akut- und Notfallmedizin“, die künftig in Deutschland eine Mindestzahl von Ärzten in der ZNA nachweisen müssen. „Aktuell stehen im Caritas-Krankenhaus eine Oberärztin und ein Oberarzt kurz vor dem Abschluss der Fachweiterbildung, so dass wir auch in dieser Hinsicht auf einem guten Weg für die Anforderungen der Zukunft sind“, hebt der Chefarzt mit Blick auf die geplante Krankenhausreform hervor. Als weitere Besonderheit bietet das Caritas-Krankenaus außerdem sogenannte ACLS-Trainingskurse an. In Kleingruppen trainieren hier Ärzte und Pflegekräfte intensiv Teamarbeit, Kommunikation und wichtige Versorgungsstrategien bei kardiovaskulären Notfällen und bei Reanimationen.

Baubeginn ab 2025

Sobald die Interimsnotaufnahme im Caritas-Krankenhaus eingerichtet und funktionsfähig ist, starten die eigentlichen Baumaßnahmen zur Erweiterung der Notaufnahme. Das wird voraussichtlich Anfang 2025 der Fall sein. Die Gesamtkosten der Investition belaufen sich auf knapp 9 Millionen Euro.

Quelle: Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim

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