Berechtigungskonzepte beugen IT-Verstößen vor
Berechtigungskonzepte sind der zentrale Schlüssel, um den Missbrauch von IT-Systemen in Krankenhäusern wirkungsvoll zu verhindern. Der Beitrag zeigt auf, wie mit einfachen Maßnahmen effektive IT-Sicherheit hergestellt werden kann.
Wenn mehr oder minder bekannte Persönlichkeiten im Krankenhaus liegen, kommt es gelegentlich vor, dass Informationen über deren Gesundheitszustand nach außen gelangen und (zumeist dankbar) von Medien aufgegriffen werden. Möglich ist dies oftmals, weil einzelne Mitarbeitende ihrer Neugierde nicht widerstehen können und IT-Berechtigungen missbräuchlich nutzen. Ebenso können aber auch sensible Geschäftsdaten von Krankenhäusern an die Öffentlichkeit gelangen.
Dass dies möglich ist, hat oftmals einen Grund: Im Laufe der Zeit erhalten Mitarbeitende immer mehr ITBerechtigungen. Berechtigungen, die sie nicht mehr brauchen, werden aber häufig nicht entzogen. So kommt es, dass Mitarbeitende im ITSystem oft mehr können als sie aktuell benötigen. Führungskräfte in Krankenhäusern stehen deshalb vor der Herausforderung, ein effektives Berechtigungskonzept zu implementieren, um solche Compliance-Verstöße zu vermeiden. Folgende Maßnahmen helfen, derartige Verstöße zu vermeiden:
Rollen- und Rechteverteilung
Definieren Sie klare Rollen und die dazugehörigen Zugriffsrechte. Nur befugte Personen sollten Zugriff auf bestimmte Daten haben. Dies minimiert das Risiko von Datenmissbrauch und stellt sicher, dass Mitarbeitende nur die Informationen einsehen können, die sie für ihre Arbeit benötigen.
Zugriffskontrolle
Implementieren Sie technische Maßnahmen zur Zugriffskontrolle, um sicherzustellen, dass nur autorisierte Mitarbeitende auf Patientendaten zugreifen können. Dies kann durch den Einsatz von Passwörtern, biometrischen Daten oder anderen Authentifizierungsmethoden erreicht werden.
Protokollierung und Überwachung
Führen Sie Protokolle über Zugriffe auf Patientendaten und überwachen Sie diese regelmäßig. Durch die kontinuierliche Überwachung können unbefugte Zugriffe erkannt und verhindert werden. Dies trägt maßgeblich zur Sicherheit der Daten bei.
Schulung und Sensibilisierung
Schulen Sie Mitarbeitende regelmäßig in Bezug auf Datenschutz und IT-Sicherheit. Ein gut geschultes Team ist sich der Bedeutung von Berechtigungskonzepten bewusst und kann potenzielle Sicherheitslücken frühzeitig erkennen und melden.
Dynamische Berechtigungen
Nutzen Sie wenn möglich dynamische Berechtigungen. Dies sind IT-Berechtigungen, bei denen die Zugriffsrechte von Benutzern flexibel und in Echtzeit automatisch angepasst werden. Es gibt dann keine festen Berechtigungen mehr, die manuell verwaltet werden müssen. Dynamische IT-Berechtigungen passen sich automatisch an die aktuellen Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Mitarbeitenden an. Dabei orientieren sie sich an den aktuellen Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Mitarbeitenden.
Regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung
Überprüfen und aktualisieren Sie regelmäßig die Berechtigungen und Rollen. Dies stellt sicher, dass Sie den aktuellen Anforderungen und Strukturen des Krankenhauses entsprechen und dass keine veralteten oder unnötigen Zugriffsrechte bestehen bleiben.
Durch die konsequente Umsetzung dieser Grundsätze können Krankenhäuser sicherstellen, dass Patientendaten geschützt sind und Compliance-Verstöße vermieden werden. Ein robustes Berechtigungskonzept ist nicht nur eine gesetzliche Notwendigkeit, sondern auch ein wesentlicher Bestandteil der IT-Sicherheitsstrategie eines jeden Krankenhauses. Darüber hinaus beugt es der Verhängung empfindlicher Bußgelder durch die Datenschutzbehörden vor. Und dem Erhalt des guten Rufs hilft es allemal.
Autor: Volker Ettwig
Erschienen in KU 03-2025
Weitere aktuelle Meldungen erhalten Sie über unseren KU Newsletter: Jetzt anmelden!