Gesundheitsforschung, Innovation und Klinikpraxis enger verzahnt
Darmstadt. Mit der Unterzeichnung eines Letter of Intent haben führende Institutionen aus Medizin, Wissenschaft und Industrie den Aufbau des Health Care Innovation Clusters in Darmstadt auf den Weg gebracht. Beteiligt sind das Klinikum Darmstadt, die Technische Universität Darmstadt, das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, hessian.AI, die HEAG Holding AG sowie Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen. Ziel ist es, die Rhein-Main-Region als führenden Standort für angewandte Gesundheitsforschung, medizinische Innovationen und Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen zu etablieren.
„Mit diesem Cluster ergänzt die TU Darmstadt ihr Innovationsportfolio um den bedeutenden Zukunftsbaustein Health Care“, stellt Prof. Dr. Thomas Walther, Vizepräsident für Innovation und Internationales der TU Darmstadt, fest. Er führt weiter aus: „Unsere Forschungs- und Start-up-Gemeinschaft mit klarem Fokus auf Relevanz kann über dieses Cluster neue Wirkungsfelder erschließen, leichteren Zugang zu medizinischen Problemstellungen gewinnen sowie die Entwicklungen schneller in die Anwendung bringen. Und so letztlich zum Wohle aller beitragen.“
Ziel des Innovation Clusters
„Mit dem Health Care Innovation Cluster schaffen wir eine Struktur, in der Innovation nicht neben der Versorgung entsteht, sondern aus der Versorgung heraus“, erklärt Dr. Jörg Noetzel, Medizinischer Geschäftsführer des Klinikums Darmstadt. „Das Klinikum möchte damit zum aktiven Entwicklungspartner für Wissenschaft und Industrie werden – mit dem klaren Ziel, medizinischen Fortschritt schneller zu den Patientinnen und Patienten sowie innovative Arbeitsabläufe für die medizinischen Fachkräfte in die Umsetzung zu bringen.“
Innovative Medizinprodukte, digitale Gesundheitslösungen und KI-basierte Verfahren werden in direkter Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus entwickelt, wissenschaftlich evaluiert und im Versorgungsalltag erprobt. „Mit dem Innovationscluster entsteht in Darmstadt ein klinisches Reallabor für das „Krankenhaus der Zukunft“ – häufig als Krankenhaus 4.0 oder 5.0 beschrieben, in dem Digitalisierung, Automatisierung, datengetriebene Medizin und patientenzentrierte Versorgung systematisch zusammengeführt werden“, so Prof. Dr. Kollmar, Sprecher der Direktoren am Klinikum Darmstadt.
Das Fraunhofer IGD bringt seine Expertise in der angewandten Forschung und bei digitalen Gesundheitsanwendungen in den Aufbau des Clusters ein. „In diesem Umfeld verbinden wir kurze Wege und praxisnahe Entwicklung mit einem verantwortungsvollen Umgang mit Gesundheitsdaten, um Anwendungen schnell in die klinische Praxis zu transferieren“, betont Dr. Matthias Unbescheiden, Institutsleiter des Fraunhofer IGD.
Schwerpunkt des Innovation Clusters
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der klinischen Studienlandschaft. Das Cluster soll als Plattform dienen, um klinische Studien frühzeitig in Entwicklungsprozesse zu integrieren, neue Studienformate zu ermöglichen und die Attraktivität des Standorts für nationale und internationale Forschungs- und Industriepartner zu erhöhen. Dies stärkt nicht nur die medizinische Forschung, sondern verbessert auch den Zugang von Patientinnen und Patienten zu innovativen Therapien.
Die aus Darmstadt initiierte Kooperation soll perspektivisch regional ausgedehnt werden. Die Rhein-Main-Region mit weiteren Hochschulen und potentiellen Partnern bietet viele Entwicklungsmöglichkeiten. Durch die Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt und die geplante Einbindung weiterer Hochschulen entsteht ein regional vernetztes, medizinisches Innovationsökosystem, das Forschung, Lehre und klinische Anwendung verbindet. Für Studierende, Promovierende und wissenschaftliche Talente eröffnet dies neue Qualifizierungs- und Karrierewege an der Schnittstelle von Medizin, Ingenieurwissenschaften, Informatik und KI.
Federführend koordiniert wird der Aufbau des Clusters durch die Abteilung für Gesundheitstechnologien, klinische Studien, KI und Transfer des Klinikums Darmstadt unter Leitung des Medizinischen Geschäftsführers Dr. Jörg Noetzel. Zu den Aufgaben der Abteilung zählen künftig auch die organisatorische Steuerung und institutionelle Anbindung des Clusters. Ab Anfang 2026 soll das Cluster organisatorisch im Klinikum verankert sein. Die fachlich-wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Rainer Kollmar als Clustersprecher sowie Prof. Dr. Michael Wild als stellvertretendem Clustersprecher. Für inhaltlich-fachliche Fragen steht Prof. Dr. Rainer Kollmar, für überfachliche Fragestellungen Dr. Jörg Noetzel zur Verfügung.
Quelle: Klinikum Darmstadt GmbH
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