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Fehlende Transparenz und Vertrauensverlust: Was der Bundes-Klinik-Atlas wirklich liefert

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Fehlende Transparenz und Vertrauensverlust: Was der Bundes-Klinik-Atlas wirklich liefert

Patientenversorgung

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Clinotel-Krankenhausverbund zieht Bilanz zum Krankenhaustransparenzgesetz

Der Bundes-Klinik-Atlas weckte hohe Erwartungen auf mehr Transparenz in der Krankenhauslandschaft und sollte Patienten eine fundierte Entscheidungsgrundlage bieten. Zugleich schuf das Krankenhaustransparenzgesetz mit neuen verpflichtenden Datenlieferungen für Krankenhäuser die Grundlage für die geplante Vergütung nach Leistungsgruppen. Doch nach einem halben Jahr zeigt sich, dass das Krankenhaustransparenzgesetz mehr Verwirrung als Klarheit gestiftet hat. Der Clinotel-Krankenhausverbund zieht Bilanz und kritisiert die Methodik und Umsetzung scharf.

Kritik am Krankenhaustransparenzgesetz: Widersprüchliche Qualitätsaussagen

Am 22. März 2024 verabschiedete der Bundesrat das Krankenhaustransparenzgesetz. Angenommen wird, dass ein hohes Krankenhaus- „Level“ (III oder universitär) für Qualität steht. Dies wiederum bedeutet, mit möglichst hohem personellem Aufwand möglichst viele Patientinnen und Patienten zu behandeln. Aussagen zur Patientensicherheit, etwa zu Komplikations- und Sterblichkeitsraten, sowie die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten mit dem Behandlungsergebnis sind nachrangig.

Die Ergebnisse der Clinotel-Auswertungen basierend auf verbundinternen Daten von mehr als 80 Krankenhaus-Standorten mit rund einer Million stationären Fällen pro Jahr widerlegen diese Annahmen. Vielmehr führt die Methodik des Bundes-Klinik-Atlas zu widersprüchlichen Qualitätsaussagen, die mehr Verwirrung stiften als Klarheit schaffen. Gemäß den Vorgaben des § 135d Absatz 4 SGB V bilden Level II-Standorte das „Rückgrat“ der stationären Versorgung im Clinotel-Krankenhausverbund. Etwa ein Fünftel der Standorte wären dem Level III beziehungsweise III/U zuzuordnen.

Probleme beim Launch: falsche Daten und Vertrauensverlust

Nach dem Launch des Bundes-Klinik-Atlas kam es zu erheblichen Problemen. Die Website war über Tage für Interessierte nicht erreichbar, veröffentlichte Daten erwiesen sich als unplausibel und teilweise falsch. Selbst renommierte Patientenorganisationen äußerten Kritik. Schließlich wurde die Veröffentlichung auf Fallzahlen, Pflegepersonalausstattung und Zertifizierungen für gerade einmal sieben Krankheitsentitäten beschränkt. Transparenz zu den Kriterien für diese Auswahl fehlte ebenso wie Prozess- und Ergebnisparameter der Behandlung.

„Menschen mit Marketing-Expertise wissen, was passiert, wenn potenzielle Nutzergruppen, deren Erwartungen an ein Produkt vorab ins Unermessliche geschraubt wurden, nach der Markteinführung enttäuscht sind. Egal, welche Nachbesserungen man danach vornimmt: Der Vertrauensverlust ist nicht zu kompensieren.“ – Dr. med. Frank Thölen

Planung nach Leistungsgruppen

Die Bestimmungen des Krankenhaustransparenzgesetzes zielen darüber hinaus weiter auf die geplante Vergütung nach Leistungsgruppen in Verbindung mit der Vorgabe einer personellen Mindestqualifikation je Leistungsgruppe im Ärztlichen Dienst ab. Krankenhäuser sind nun verpflichtet, die Anzahl und Qualifikation des ärztlichen Personals nach Leistungsgruppen differenziert an das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) zu liefern. Trotz der föderalen Krankenhausplanung, die Bundesländer nicht zwingt, diese Methodik anzuwenden, wird dieser Ansatz weiterhin verfolgt.

Ein Plädoyer für echte Qualitätstransparenz

Clinotel setzt auf Qualitätssicherung aus Routinedaten, die ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand auskommt. Die Zielwerte sind so gewählt, dass sie überdurchschnittliche Qualität und Patientensicherheit illustrieren. Der Clinotel-Krankenhausverbund wird weiterhin transparent über Qualitätsergebnisse berichten und fordert dies auch für alle deutschen Krankenhäuser. Hilfesuchende dürfen mehr erwarten als die magere Information im Bundes-Klinik-Atlas, dass ein Haus in ihrer Nähe nicht zu den zehn Prozent der deutschen Krankenhäuser mit den höchsten Komplikations- und Sterblichkeitsraten gehört.

Angepasster Artikel aus KU Gesundheitsmanagement Ausgabe 10-2024
Entdecken Sie die ausführliche Variante in unserem KU-Archiv
Autoren: Dr. med. Frank Thölen und Dr. rer. pol. Udo Beck

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